Die zeitlose ungestüme Jugend von heute an der Modellbahnanlage...


Kann das Interesse geweckt werden??? Vielleicht dauerhaft?
 
Anfang des Jahres meldeten sich zwei Schüler in unserer Modellbahngruppe und bekundeten ihr Interesse zur Mitarbeit an den Anlagen. Das stimmte uns zufrieden. Soweit so gut. Wer kümmert sich um die Beiden und was soll oder besser könnte gemacht werden um die Jungs bei Laune zu halten. Die Erkenntnis, dass junge Modelleisenbahner gebraucht werden ist ja nicht neu.
Es scheitert nur leider ganz schnell an den unterschiedlichen Vorstellungen der jungen Bastler und der „alten“  Modelleisenbahner. Ein Modellbahnfreund muss sich ab sofort um den Nachwuchs kümmern. Es sind abgesteckte Zeiten von 16:00 bis 18:15Uhr an einem Tag in der Woche. Das klingt harmlos – ist es aber nicht! Man muss einen Plan machen und alle Vorbereitungen treffen die für die Jungs bei den Bastelstunden Notwendig sind. Da fällt die eigentliche Arbeit an der großen Sache schon einmal weg. Selbst einfache, harmlose Arbeiten, wie z.B. ein Bausatz eines einfachen Gebäudes muss man Beaufsichtigen und Hilfestellungen geben, dass die Freude am Basteln nicht verloren geht. Auch die einfachsten Dinge wie das Schneiden und Kleben bedarf einiger Hinweise. Der Umgang mit Cuttermesser und einer Schere ist für manche sehr schwierig. Arbeitsschutz beginnt schon hier. Und immer positiv denken, loben und Anerkennung aussprechen über das Geschaffte. Das baut auf, mach Spaß und die Jungs kommen wieder.

Zu Beginn haben wir eine kleine TT Anlage, wie man sie früher meistens zu Hause hatte, beim Wickel. Das Verkleben der Gleise dauert schon einmal zu lange, das trocknet ja nicht in einer Stunde. Das Verkabeln und Anschließen ist für die Jungs sehr langweilig, es kann ja nix fahren. Also muss man am Samstag paar Stunden dran setzen und Löten, verkabeln und ein kleines Schaltpult bauen. Zum Erstaunen der Jugend fuhr es am kommenden Basteltag dann im Kreis. Natürlich analog. Auf den Industrie-Weichen der BTTB ging die Fahrfreude in den Keller. Es fuhr nicht über die Weichen. Da musste geputzt und gereinigt werden, danach ging es einigermaßen.

Das große Miteinander in der Gruppe kommt bei den „Kleinen“ gut an. Ein ordentlicher Umgang unsererseits wird auch gepflegt.
Einen Namen für die Jugend-Anlage hat die Gruppe auch schnell gefunden. Da immer irgendwo ein Hammer auf der Anlage lag, oder mehrere zum Befestigen und Druck auf das Verklebte aufzubauen, wurde die Anlage schnell auf „die Hammerbahn“ getauft.
 
Nun folgt das Spannende. Die Ausgestaltung der Anlage mit Landschaft und Gebäuden. Eine richtige Stadt soll es werden. Alles soll leuchten und auch einzeln zuschaltbar sein, hoffentlich nicht noch einzelne Zimmerchen... davor graut es mir! Welche Schaltzentrale muss da entwickelt werden? Es bleibt spannend!!! Mit Digital 4.0 hat das alles wenig zu tun. Aber wir werden versuchen unseren Nachwuchs zu halten und es so interessant wie möglich zu gestalten.

Die Zeit vergeht so schnell, beginnen doch gerade die Vorbereitungen für unsere große Weihnachtsausstellung zur Adventszeit 2019.  Da etwas Schönes und Sinnvolles an Bastelaufträgen zu finden ist schwer. Da kann man nur Einzelaufgaben für ein Gebäudebau o.ä.  vergeben. Aber auch hier muss man aufpassen und hin schauen, damit nichts schief geht. Der Optimismus überwiegt noch. Brauchen wir doch dringend Nachwuchs in den Vereinen.
 
In der jüngsten Vergangenheit war es oft so, dass die Jugendlichen durch Ausbildung oder Studium weit in der Republik unterwegs sind und keine Zeit oder Gelegenheit für das schöne Hobby hatten.  So ist das Leben... 
 
Wir geben trotzdem nicht auf.
 
MEV "Friedrich List" Leipzig e.V. (TM)