Die Anlage "Bad Clausthal" - Jahr 2010

Nach dem Bau und der Gestaltung einer Heimanlage für ein Gruppenmitglied, überkam uns der grandiose Gedanke, diese Anlage „etwas“ größer zu entwickeln und zu bauen. Im Jahr 1988 begannen wir  mit dem Bau der Mittelgebirgsanlage „Bad Clausthal“. Eine zweigleisige Hauptbahn mit abzweigender Nebenbahn, ein Haltepunkt und ein oberer Bahnhof mit dazugehörigen Industrieanschluss und vielen Rangiermöglichkeiten war unser Ziel. In der Epoche wählten wir die Zeit um 1980. Alle Bahnhöfe, Bahnsteigüberdachungen und Gebäude entstanden in liebevoller Kleinarbeit ganz im Stil der damaligen Zeit. Jedes Bauwerk ist auf seine Art etwas Besonderes geworden. Fühlt man sich doch beim Betrachten wieder in eine Zeit versetzt, wo man den Geruch und den Geschmack von Braunkohle wieder zwischen den Lippen spürt und das Geräusch eines Trabbis wieder in den Ohren hat. Am Bahnhof riecht es nach öligen Schwellen und das Treiben auf den Gleisen und vor dem BW lässt die Gedanken an die vergangene Zeit wieder lebendig werden.

Nach umfangreichen Vorbereitungen ging es 1990 richtig los. Mit einer stattlichen Anlagenlänge von 8,4m wagten wir uns mit der Anlage 1994 im Bauzustand auf die traditionelle Weihnachtsausstellung. Mit herrlichen Zuggarnituren aus Um- und Eigenbauten begeisterten wir die Zuschauer. Denken wir nur an die langen Güterzuge mit den Fahrzeugen der DDR Produktion. Der „Tabbi-Zug“ war ein echter Blickfang! Im ersten Ausstellungsbetrieb mussten wir leider feststellen, dass die Anlage für vorbildgerecht längere Züge nicht ausgelegt war. Deshalb beschlossen wir durch Einschiebung einer weiteren Bahnhofsplatte die Anlage etwas zu verlängern. Das war eine kluge Entscheidung! Waren doch jetzt Fahrzeuge im Handel, die auch in der Lage waren, die gewünschten Zuglängen zu bewegen.

Die ersten Bahnhofgleise liegen Blick auf das zukünftige BW Rustikale Blockabschaltung

Während hier in Marienhütte die Ferkeltaxe den bescheidenen Nahverkehr abwickelt, sind von den 21 Zügen auf der Anlage meistens 8 Züge unterwegs. Sie fahren durch die wunderbare Landschaft und halten bei Bedarf im Bahnhof „Bad Clausthal“. Die Halteabschnitte an allen Blockstellen der Hauptbahn sind mit Anfahr- und Bremsschaltung versehen. Nur auf der Nebenbahn ist es uns möglich die Züge selbst zu steuern. Jeder Bedienstete nutzt hier seine Möglichkeiten, einen geregelten Bahnbetrieb abzuwickeln. Konzentration ist gefragt. Muss man doch selbst alle Weichen und danach erst die Signale stellen. Erst dann kann es los gehen.
Die Fahrt aus dem Bahnhof, fast über die Dächer der Stadt, folgend mit mäßiger Geschwindigkeit über das Viadukt bis in den liebevoll gestalteten Bahnhof Marienhütte ist eine Beobachtung wert. Der Betrachter hat hier eine Vielzahl von Eindrücken, die er sicher gern mit nach Hause nimmt.

Ferkel-Taxi in Marienhütte

Der Einsatz der Dampf- und Diesellokomotiven war Jahrelang erfolgreich. Im Jahr 2005 entschlossen wir uns dennoch zum Bau der Fahrleitung. Zeitschriften und Handbücher wurden „gewälzt“, Kollegen vom Fahrleitungsbau wurden zur Beratung geholt. Es entstand eine sehr mühevolle und dem Vorbild sehr ähnliche Fahrleitungsanlage. Einspeisungen, Freileitungen, Isolatoren, Schutzgitter und nicht zuletzt eine Fahrleitung mit gesamter Bahnhofsüberspannung ist entstanden. Diese Arbeit war eine echte Herausforderung. Den einzelnen Modellbahnfreunden gebührt größte Hochachtung! Die Fahrleitung ist das „Sahnehäubchen“ auf der Anlage. Dass sich dieser Aufwand gelohnt hat beschreiben die folgenden Aufnahmen. Durch die unumgänglichen Modernisierungen bei der Bahn ist manches von der damaligen Gemütlichkeit zweifellos verloren gegangen. Deshalb ist auf unserer  Modellbahn noch der besondere Reiz vom einstigen zu erkennen. Mögen die vielen Bilder beim Betrachter Erinnerungen wecken und sie zu neuen Reisen oder zum basteln animieren. Viel Freude!

Die ersten Fahrleitungsmasten stehen unter Strom

In unserer Fotogalerie finden sie einige schöne Aufnahmen von der Modellbahnanlage "Bad Claustahl".

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