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Die Anlage "Wurzen" - Ein Überblick

Das Vorbild:

An der zweigleisigen Haupt- und ersten deutschen Fernbahn von Leipzig nach Dresden liegt am Fuße des altehrwürdigen Burgschlosses und einstigen Bischofssitzes am hohen Ostufer der Mulde der Bahnhof Würzen, - ein einstiger Knotenbahnhof mittlerer Größe, in den auch zwei Nebenbahnen einmündeten.

Die Flurpläne der Gemarkung Würzen weisen die Bahnhofsanlagen auf einer Länge von nahezu 4 km und bis zu 450 m Breite aus.


Ursprünglich überquerte die von Süden einmündende „Muldentalbahn" auf einer langen Brücke die Anlagen der zweigleisigen „Leipzig-Dresdner-Eisenbahn" und erreichte ihren eigenen Bahnhof in Stadtmitte. Mit dem umfangreichen Umbau der Wurzener Bahnhofsanlagen in den Jahren bis 1928 wurde diese Überbrückung abgerissen und die Gleise in den u.a. auch dafür umgebauten Bahnhof der nunmehrigen Staatsbahn geleitet. Die ursprünglich in Richtung Norden geplante und z.T. weiter trassiert Strecke wurde aufgelassen. Für die zahlreichen Kies- und Schotterwerke im Nordosten hatte man eine abzweigende Nebenbahn in Richtung Eilenburg gebaut. Dafür war am östlichen Bahnhofskopf eine umfangreiche Unterfahrung der Leipzig-Dresdner Gleise geschaffen worden. Am Westkopf wurde der niveaugleiche Bahnübergang der Nemter Straße geschlossen, die Straße nach Westen ausgewinkelt, abgesenkt und durch eine Unterführung geleitet.
Heute ist der Betrieb auf den Nebenbahnen ins Muldetal (Richtung Grimma u.Bf. und weiter nach Großbothen) sowie nach Eilenburg eingestellt. Die Gleise dienten bis vor wenigen Jahren nur noch teilweise einem mehr und mehr sporadischen Anschließerverkehr.
Lediglich die Wasserglasfabrik an der Dehnitzer Straße wird bis dato noch als Anschließer vom Bahnhof Würzen bedient.
Den Verkehr über die Rumpfstrecke Würzen - Lüptitz hatte man, wie oben erwähnt, eingestellt. Die dafür auf dem Bahnhof Würzen vorhandenen Gleisanlagen sind abgebaut worden, und den Einschnitt hat man verfüllt. Die Abfuhr von Schotter und Brechsand erfolgt von den Steinbrüchen per Bahn über die Reststrecke Lüptitz - Eilenburg-Ost.

Das Modell:

Das in weitem Bogen angelegte Gleisfeld der Reiseverkehrs- und Güterbahnhofsanlagen in Würzen ließ in den Köpfen der Modellbauer die interessante Kulisse einer Vorführanlage mit Paradestrecke für einen abwechslungsreichen Modellzugbetrieb entstehen, die auch dann noch die Erwartungen erfüllen würde, wenn der Längenmaßstab nicht mit 1 : 87, sondern mit 1 : 380 in Ansatz gebracht werden müsste.

Eine homogene Gleislage, schlanke Weichen und vorbildgetreu modellierte Hochbauten waren die stets angestrebten Ziele dieses Modellbaus. Zu diesem Zweck waren Originalunterlagen der DR, historische und aktuelle Fotos beschafft, sowie Ortsvermessungen vorgenommen worden. Zahlreiche Besuche bei den örtlichen Dienststellen der DR, bei Anrainern sowie in Stadtarchiven und im Museum der Stadt Würzen verdichteten die Abfolge der historischen Ereignisse um diesen Bahnhof mit seinem Zugverkehr und Lokomotivbetrieb.

Im Modell wird der Zugverkehr aus den ersten 25 Jahren der Deutschen Reichsbahn nachempfunden, wobei der Zustand des Wurzener Bahnhofes nach dessen Umbau im Jahre 1928 als Hintergrund dienen muß. Neben historisch belegten Zugbildungen und Lokomotivbespannungen auf dieser Bahn kommt viel interessantes Lokomotiv- und Wagenmaterial zur Vorführung, das auf anderen Gleisen der Deutschen Reichseisenbahn der Deutschen Reichsbahn (1920), bzw. Deutschen Reichsbahn Gesellschaft (DRG ab 1924) sowie der Deutschen Reichsbahn (DRB, ab 1936) zum Einsatz gekommen ist -Technikgeschichte en miniature !

Die Darstellung des Betriebs- und Verkehrsdienstes der 40er Jahre wird von manchen Ausstellungsbesuchern nicht immer verstanden, - ist aber als historisch belegte Demonstration des Eisenbahnbetriebes jener Jahre gemeint.

Zahlen, Daten, Fakten:

Anlagenfläche :
1,6 x 14 m in sieben Sektionen zerleg- und transportierbar

Epoche :
Epoche II in den Etappen

Etappen a(1920-1925)
Etappen b (1926-1932)
Etappen c(1933- 1939)
Etappen d (1940-1945)

Der Einsatz des rollenden Materials erfolgt nach einem Modelljahreplan, der den Kalendertagen des Ausstellungsablaufes unterlegt ist. Auf diese Weise wechseln Züge und ihre Bespannungen entsprechend den jeweiligen tageweisen Jahreszahlen.

Fahrbetrieb :

Teilautomatisierter Streckenfahrbetrieb mit 10 bis 14 Zügen auf der Haupt- und den Nebenbahnen. Zugüberholungen und -Kreuzungen auf der Hauptbahn; Teilring- und Pendelbetrieb auf der Nebenbahn nach Eilenburg; Rangierbetrieb in der Ortsgüteranlage; Anschlußbahnbetrieb;

Modellbetriebssteuerung :

Automatisches Blocksicherungssystem Fabrikat LAUER mit vollautomatischer Anfahr- und Bremssteuerung; Automatische Gleisbesetztmeldung und Schattenbahnhofsteuerung

Bauzeit:

Projektierung erfolgte 1987/88. Die Konstruktion u. der Rohbau um 1988/89.
Die erste Ausbaustufe wurde 1990 im Empfangsgebäude des Leipziger Hbf. anlässlich des 75. Jahrestages seiner feierlichen Schlußsteinlegung gezeigt.

Der Gleisplan:

Die Anlage ist als verschlungenes Gleisoval mit abzweigenden Stichbahnen angelegt. Die Endschleifen des Ovales liegen in einer zweiten Ebene unter den Bahnhofgleisen und nehmen auf jeder Seite Abstellgleise auf, -sog. Schattenbahnhöfe.

Es wurden 200 m H0 - Normalspurgleise verlegt. 61 einfache und 7 Doppelkreuzweichen, 4 Kreuzungen, 2 Wagendrehscheiben 22 Haupt-, Vor,- und Blocksignale.

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