Kolumne

Mein „Aufwachsen“ mit der Modellbahn. Der „Modellbahnbazillus“ springt über! - Teil 2

Nach der Berufsausbildung konnte es wieder richtig los gehen. Nun wurde eine große Anlage in der Nenngröße TT gebaut, Haupt- und Nebenbahn, teilweise mit Fahrleitung. Das war keine Klappanlage. Sie bestand aus zwei Teilen die nun eine Gesamtausdehnung von 3,20m x 1,50m hatte. Stattliche Maße für eine Anlage im Maßstab 1:120. Die Anlage engte mein „Jugendzimmer“ derart ein, dass ich teilweise unter der Anlage schlafen musste. In den Sommermonaten stand sie übereinander hinter der Eingangstür und reichte fast bis an die Decke.

Das erste Schaltpult Auf der Hauptbahn Vollautomatisch

Auf der Hauptbahn fuhr alles automatisch. Schaltdrähte an den Gleisen steuerten die entsprechenden Relais an. Auf der Nebenbahn war ein „gemütlicher“ Betrieb über den Unterwegsbahnhof, wo sich Züge begegnen konnten, bis zum oberen Bahnhof. Dort gab es viele Rangiermöglichkeiten. Es war eine tolle Zeit mit dieser großen Anlage. Das Stellpult fand in einem großen Papp-Reisekoffer platz.
Die Hauptstrecke wurde im aufgeklappten Kofferdeckel gesteuert und im unteren Bereich hatten alle Trafos platz sowie die Nebenbahnsteuerung.

Blick auf die Nebenbahn Hauptbahn und Nebenbahn


Diese Anlage hatte ich gut 10 Jahre bis ich dann unlängst den Weg in den Modellbahnverein „Friedrich List“ gefunden hatte. Dort bin ich nun mit Freunden seit 1978 dabei, an verschiedenen Anlagen zu arbeiten und diese auch auszustellen. Privat baute ich natürlich weiter an „meiner“ TT-Anlage.

Blick auf die Weichenstraße Auf der Nebenbahn
Damals wurden die Züge noch mit einer Super-8-Kamera auf Schmalfilm gebannt. Leider verschwindet von den alten Filmen immer mehr die Farbe.
Die Modellbahn begleitet mich also schon mein ganzes Leben, und es ist mir nie langweilig geworden. Ein Hobby zu haben ist sicherlich heute noch viel wichtiger als „früher“. Diese sinnvolle Freizeitbeschäftigung, bei der mit Freunden schöne Erlebnisse geteilt werden können, da gibt es meiner Meinung nach nichts Wertvolleres.
In den vergangenen Jahren wurden nun viele Anlagen von mir entworfen und gebaut, das Ziel wird aber erst erreicht, wenn das mit eigener Hand geschaffene den anderen Freunden bzw. Interessenten der Modellbahn gezeigt werden kann.
Was für die Künstler der Applaus ist, das ist für Modelleisenbahner auf einer Ausstellung das Erstaunen und Bewundern der Zuschauer.
Im Großen und Ganzen könnte ich noch viel mehr „ausholen“. Will es aber mal nicht übertreiben. In diesem Sinne wünsche ich allen Modellbahnfreunden eine sehr schöne Zeit und auch so hübsche Erinnerungen an den Beginn mit den kleinen Bahnen.

Aus der „Feder“ von Thomas M.
Leipzig, am April 2011